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Verbraucherschutz

Bericht zur Gefährlichkeit von Glyphosat erstellt

Copyright© Vera Reith, Diplom-Hydrologin, April 2014

Im Januar diesen Jahres hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) den neuen Bewertungsbericht über den im Pflanzenschutz eingesetzten Wirkstoff Glyphosat der EU-Behörde für Lenbensmittelsicherheit (EFSA) übergeben. Dieser Bericht kommt zu dem Schluss, dass Glyphosat ungefährlich für die Gesundheit sei und dass deshalb einer weiteren Zulassung des Wirkstoffes nichts im Wege stehe. Auch eine Erhöhung der Höchstgehalte sei denkbar. Das Breitbandherbizid Glyphosat wurde bereits im Jahr 2002 bewertet und danach in die Liste der EU-weit zugelassenen Pflanzenschutzmittel aufgenommen. Turnusgemäß war jetzt eine Neubewertung fällig, an der neben dem federführenden BVL das Bundesinstitut für Risikobewertung, das Julius Kühn-Institut, das Umweltbundesamt und das Wasserforschungsinstitut in Bratislava beteiligt waren.

Kurzer Steckbrief

Glyphosat wurde bereits 1974 von Monsanto entwickelt und unter dem Handelsnamen „Roundup“ eingeführt. Bald wurde der Wirkstoff zur Erfolgsstory und ist seit Jahren das weltweit führende Totalherbizid. Allein in Deutschland sind zur Zeit 84 Mittel, die diesen Wirkstoff enthalten, zugelassen. Über ein Dutzend namhafte Hersteller und zahlreiche weitere Vertriebsfirmen bieten ihn an. Der Einsatzbereich ist groß, er reicht vom Ackerbau mit Getreide, Mais, Raps, Zuckerrüben, über Baumbestände von Forst und Kernobst, bis hin zu Wiesen, Weiden, Rasenflächen und Rebflächen. Außerdem hält Glyphosat Wege, Plätze oder Gleisanlagen von Unkraut frei. Gräser werden ebenso bekämpft wie zweikeimblättrige oder tiefwurzelnde Pflanzen. Im Ackerbau wird Glyphosat vor allem zur Stoppelspritzung nach der Ernte empfohlen. Aber auch kurz nach der Aussaat ist eine Anwendung noch möglich ebenso wie zur Abreifebeschleunigung kurz vor der Ernte. Glyphosat wirkt durch Hemmung eines Enzyms, das die Pflanze zur Synthese bestimmter Aminosäuren benötigt. Die Pflanze bleicht aus und stirbt innerhalb von zwei Wochen ab.

Gesundheitliche Bewertung

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kam in dem nun vorliegenden Bericht die Aufgabe zu, die möglichen gesundheitlichen Folgen des Glyphosateinsatzes für den Verbraucher zu bewerten. Dazu hat das Bundesinstitut 1050 Studien ausgewertet: 150 neue Originalstudien zu Glyphosat und 900 Artikel in Fachzeitschriften. Bei dieser Auswertung wurden keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung von Glyphosat gefunden. In diesem Zusammenhang weist das BfR darauf hin, dass das Enzym, auf welches Glyphosat wirkt, bei Menschen und Tieren nicht vorkommt. Deshalb sagt das Bundesinstitut: „Bei Bedarf könnten einzelne Höchstgehalte für Glyphosat auch ohne Gefahr für Verbraucher angehoben werden.“ Allerdings wurden die Höchstgehalte in den letzten Jahren bereits angehoben. Beispielsweise wurde im Jahr 2002 eine duldbare tägliche Aufnahmemenge von 0,3 Milligramm Glyphosat pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Mittlerweile liegt diese Aufnahmemenge bei 0,5 Milligramm pro Kilogramm. Auch einzelne zulässige Rückstandshöchstgehalte wurden erhöht. Galten beispielsweise für Roggen und Weizen im Jahr 2003 Höchstgehalte von 5 mg/kg, lagen die zulässigen Höchstgehalte im Jahr 2008 bereits bei 10 mg/kg.

Fazit

Die Beweiskraft der Vielzahl der untersuchten Studien scheint auf den ersten Blick erdrückend zu sein, trotzdem mag sich mancher Verbraucher die Frage stellen, ob er tatsächlich mit der zunehmenden Allgegenwart dieses chemischen Stoffes leben muss. Stellt man sich dann noch die wirtschaftlichen Folgen vor, die eingetreten wären, wenn das BVL in ihrem Bewertungsbericht zu einem anderen, negativen Ergebnis gekommen wäre, bleibt da ein gewisses Unbehagen zurück. Wird der Bericht des BVL ein Freibrief für eine Heraufsetzung der Höchstgehalte sein? 



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